Das Zusammenspiel zwischen Betrieb & Lieferkette und Finanzwesen ist unerlässlich

Bei Veränderungsprozessen in Betrieb & Lieferkette können in Bereichen wie Effizienz und Qualität signifikante Erfolge erzielt werden. Um jedoch die angestrebten Ziele zu erreichen und optimale, dauerhafte Verbesserungsergebnisse zu erzielen, ist das Zusammenspiel von Betrieb, Lieferkette & Finanzwesen unerlässlich. Das ist die Grundlage, um Wachstumsziele zu realisieren oder verantwortungsbewusst nah am Wind zu segeln. Die Ergebnisse sind dann u. a. die Optimierung des Arbeitskapitals, die richtigen Investitionsentscheidungen, eine optimale Kostenkontrolle und mehr Kontrolle über den Cashflow.

Das bedeutet „Finanzwesen an Bord“ bei Veränderungen und Verbesserungen in Betrieb & Lieferkette. Damit Sie finanzielle Zielsetzungen wie Kosteneinsparungen, Umsatzsteigerung, CAPEX- oder Cashflow-Optimierung direkt realisieren können. Oder um indirekte Zielsetzungen zu erreichen. Zum Beispiel indem Sie mit höherer Qualität, weniger Reklamationen und weniger Retouren, mehr Umsatz erzielen und die Kosten strukturell senken. Der große Vorteil ist, dass die finanziellen Auswirkungen eines Verbesserungs- oder Veränderungsprozesses deutlicher sichtbar gemacht werden können. Und dass zu treffende Entscheidungen finanziell unterbaut und optimal auf die gesamte Organisationskette abgestimmt werden können. Vom Einkauf über Lager, Produktion, Logistik bis zum Verkauf.

Die richtigen Daten

Eine absolute Voraussetzung dafür ist, dass die Finanzdaten, mit denen gearbeitet wird, im Einklang mit den angestoßenen und beabsichtigten Veränderungen und Verbesserungen stehen. Mit anderen Worten: Wenn Sie aufgrund falscher Informationen arbeiten und entscheiden, werden Sie enttäuscht werden. Denken Sie dabei an die Kalkulation mit integriertem Selbstkostenpreis auf der Grundlage derzeit nicht mehr aktueller Informationen mit dem Risiko von Fehlentscheidungen. Bevor Sie es bemerken, nehmen Sie ein Produkt aus Ihrem Sortiment, das, mit den richtigen Zahlen berechnet, eigentlich einen erfolgreichen Anteil an Ihren Ergebnissen hat. Während gleichzeitig die Chance besteht, dass verlustbringende Produkte unsichtbar bleiben. Das wäre doch wirklich schade.

Effektivität und Ergebnis

Ein weiteres Beispiel ist die richtige Koordination verschiedener KPIs (Leistungskennzahlen). Zielkonflikte pro Abteilung führen häufig zu einer Suboptimierung. Beispiel: Wird die Produktion nur aufgrund der Kosten abgerechnet, läuft sie optimale, lange Strecken. Möglicherweise führt dies zu Überbeständen und falschen Lagerbeständen. Was in eklatantem Widerspruch zur Lieferkette steht, die nur aufgrund der Lagerbestände abgerechnet wird. Die Spannung zwischen ihnen wird niemals zu einer effizienten Zusammenarbeit zwischen den beiden Abteilungen führen. Dadurch entsteht eine Suboptimierung zwischen Kosten, Arbeitskapital oder Dienstleistung, wodurch die Wertvernichtung schon auf der Lauer liegt. Während das Streben nach integralen KPIs als Teil einer Veränderung und Verbesserung gerade ein optimales Ergebnis für den gesamten, integralen Betrieb oder die Organisation zum Ziel hat.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

In diesem und vielen anderen Fällen bieten aktuelle Dashboards eine Lösung. Vorausgesetzt, sie werden ständig mit Finanzinformationen aus der Vergangenheit, aktuellen Daten und zuverlässigen Prognosen versorgt. Und außerdem gut darüber nachgedacht wurde, welche Informationen wirklich wichtig sind. Dashboards mit einer Überladung an irrelevanten Informationen werden dagegen kontraproduktiv sein. Nicht umsonst ist „Balance“ ein Wort, das aus der Finanzwelt stammt.

Balance finden und beibehalten

Auch bei der Cashflow-Planung und Kursbestimmung ist diese Balance unverzichtbar. Denken Sie an Investitionsentscheidungen für die Wartung und den Austausch von Maschinen, den Ausbau der Produktionskapazität sowie die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Sie möchten vielleicht kurzfristig Sparmaßnahmen ergreifen, aber diese können sich langfristig - denken Sie an Rohstoffmangel, Maschinenausfälle, unzureichende Kenntnisse und Kapazitäten - als teuer erweisen. Auch hier kann das Finanzwesen die finanzielle Grundlage bilden. Um gemeinsam eine gesunde Balance zwischen Kostenkontrolle, Arbeitskapital-Optimierung, Investitionen, Qualität und Leistungen zu finden und aufrechtzuerhalten.

Verantwortlich und mitentscheidend

Zum Schluss noch eine andere, häufig gestellte Frage aus der Praxis: Wir arbeiten in einem dynamischen Markt, der ein Höchstmaß an Flexibilität von unserem Betrieb fordert. Wie stellen wir sicher, dass wir diese Flexibilität behalten und gleichzeitig weiterhin finanziell profitabel arbeiten können? Auch hier ist eine finanzielle Unterbauung unverzichtbar. Tatsächlich spielt das Finanzwesen bei dieser Art von strategischen Überlegungen nicht nur eine kontrollierende, sondern auch eine beratende, mitverantwortliche und mitentscheidende Rolle. Ist dies der Fall, wird die Zusammenarbeit mit Betrieb & Lieferkette zu den besten Ergebnissen führen.

Pauline Kloeze
Partnerin, Abgleich Finanzwesen & Betrieb

Nicht umsonst ist „Balance“ ein Wort, das aus der Finanzwelt stammt.


Datum der Veröffentlichung 13 Dezember 2019