Organisationsentwicklung: ein Puzzle, das komplett zusammengefügt werden muss

Bei einem von uns kürzlich organisierten Erfahrungsworkshop zur „Organisationsentwicklung“ waren sich die anwesenden Betriebsleiter und Personalleiter aus unserem Beziehungsnetzwerk sehr schnell einig: Wenn man die Do‘s & Don'ts bei der Veränderung und Verbesserung von Organisationen auflistet, dann sprechen diese eigentlich schon für sich. Warum führen die Veränderung und die Verbesserung in der Praxis nicht immer zum gewünschten Erfolg? Es wurde ein Treffen mit spannenden Gesprächen und erkennbaren Dilemmas.

„Leiten Sie die Entwicklungsziele deutlich von den Unternehmenszielen ab.“ Das war eines der ersten Do's, das auf den Tisch kam. Logisch dachten alle. Aber während wir darüber sprachen, stellten wir fest, dass logisch nicht immer einfach ist. Organisationen beginnen oft tatkräftig, um auf halbem Weg zu dem Schluss zu kommen, dass es irgendwo stockt und das angestrebte Ergebnis - weniger Ausfallzeiten, mehr Effizienz, verbesserte Ergebnisse - nicht erreicht wird. In der Regel waren die Entwicklungsziele zu Beginn nicht klar und konkret genug. Oder sie waren zumindest bei einigen Mitarbeitern, die den Veränderungsprozess umsetzen mussten, nicht deutlich genug. Darüber hinaus zeigen verschiedene Erfahrungen, dass es recht schwierig ist, die Verbesserungsziele pro Ebene dahin gehend, was jeder beteiligte Mitarbeiter aus seiner Rolle dazu beitragen kann, umzusetzen.

Erst stillstehen, innehalten und alles gut anschauen 

Eine wichtige Schlussfolgerung während des Erfahrungsworkshops war daher: wagen Sie es als Leiter der Veränderung, im Vorfeld innezuhalten und darüber nachzudenken, was Sie selbst an der Basis gut vorbereiten und organisieren müssen. Skizzieren Sie zunächst das konkrete Zukunftsbild. Dann denken Sie nach - und das ist der springende Punkt - welcher der beste Weg ist, um dorthin zu gelangen. Mindestens ebenso wichtig ist es, danach regelmäßig Korrekturen vorzunehmen, um auf Kurs zu bleiben: was hat funktioniert und was nicht? Und was können wir daraus für die nächsten Schritte lernen? 

Das Puzzle komplett zusammenfügen 

In der gemeinsamen Sitzung wurde allmählich deutlich, dass die Organisationsentwicklung ein komplexes Puzzle ist, das komplett zusammengefügt werden muss. Es darf kein einziges Stückchen fehlen. Daher ist es bei der genauen Betrachtung der Arbeitsprozesse wichtig, den Sinnspruch „So haben wir es hier doch immer gemacht" zu durchbrechen. Was trägt zum Erreichen der gesetzten Ziele bei und/oder gerade nicht? Und was brauchen wir sonst noch und was haben wir noch nicht organisiert? Eine genaue Analyse der erforderlichen Kapazität muss zu ausreichend vielen Maschinen und Mitarbeitern führen.

Mitarbeiter mit den richtigen Kompetenzen

Schließlich ist es besonders wichtig, dass man nicht nur genügend Mitarbeiter hat, sondern gleichzeitig auch die richtigen Mitarbeiter. Mitarbeiter mit den richtigen Kompetenzen, um die Veränderung mitzutragen und zum Erfolg zu führen. Welches Verhalten erwarten Sie von ihnen? Was brauchen sie dafür sowohl funktional als auch persönlich? Mit welchem Wissen und unter welchen Umständen können sie sich in ihrer (neuen) Rolle auszeichnen? Was wird in den Bereichen Schulung, Umschulung, Coaching und - vor allem - Lernen am Arbeitsplatz benötigt? Wissen darf außerdem nicht mehr nur in den Köpfen der Mitarbeiter gespeichert bleiben. Alles kleine Stückchen, die zusammen das komplette Puzzle für einen langfristigen Erfolg bilden.

Lebensstil

Die gute Nachricht: Nach dem Erfahrungsworkshop waren die Anwesenden davon überzeugt, dass eine erfolgreiche Organisationsentwicklung wohl ein kompliziertes Puzzle ist, aber es durchaus möglich ist, es komplett zusammenzufügen. Vorausgesetzt, dass man damit genügend Zeit verbringt, ihm die nötige Aufmerksamkeit schenkt und regelmäßig einen Moment der Reflexion einbaut. In dem Sie sich selbst kritisch betrachten, den gesamten Prozess überschauen und es wagen, in die tieferen Ursachen von Stockungen oder Hindernissen einzutauchen. Dieser Ansatz muss zu einem Lebensstil werden. Auch nachdem die Entwicklungsziele bereits erreicht wurden. Denn auch für die Organisationsentwicklung gilt: Jedes Ende ist auch ein Neuanfang.

Arianne van Tongeren (Ontwikkelingspartners)
Bartelt Blankenberg (Managing Partner @ ARV Group)


Datum der Veröffentlichung 6 Juli 2018