Betriebe und Privat-Equity: Von Vorurteilen zu gemeinsamen Interessen

Im vergangenen Jahr haben wir bei der ARV Group einen unserer Erfahrungsworkshops organisiert. Das Thema: Was verändert sich für Betriebe, wenn eine Private-Equity-Partei den Betrieb übernimmt? Und welche Lehren können aus diesen Erfahrungen gezogen werden? Die Geschwindigkeit, mit der der Workshop ausgebucht war, zeigte, dass viele Betriebsleiter diese Fragen haben.

Breites Spektrum

Das Interesse war nach dem Versenden der Einladungen groß. Es stellte sich auch heraus, dass wir Menschen mit und ohne Erfahrung zusammen mit externen Investoren erwarten konnten. Um ein breites Spektrum auszuwählen, das Thema von allen Seiten richtig beleuchten zu können und zu differenzierten Einsichten zu gelangen, haben wir auch beschlossen, eine unserer Beziehungen aus der Welt des Private Equity einzuladen. Schließlich arbeiten wir bei der ARV Group sowohl für Direktionen von Familienunternehmen, Unternehmenskooperationen, KMUs als auch für Private-Equity-Parteien. 

Schwarz-Weiß Bild 

Wir haben das öffentliche Bild von Private-Equity als Ausgangspunkt genommen. Das ist immerhin ziemlich schwarz-weiß. Investoren und Investmentfonds werden oft als Parteien mit kurzfristiger Ausrichtung angesehen. Mit dem Hauptziel, den Betrieb zu sanieren und den Betrieb mit Krediten vollzustopfen. Wonach schon bald der Weiterverkauf erfolgt. Auch während unseres Erfahrungsworkshops kamen diese Bilder schnell auf den Tisch. Und der Vertreter im Namen der Private-Equity-Parteien erkannte diese selbstverständlich an. Er wies jedoch darauf hin, dass die öffentliche Meinung über Private-Equity - der Elefant im Porzellanladen - manchmal berechtigt, aber in den meisten Fällen ungerechtfertigt ists.

Interessen und Ziele sind gleich

Indem sie miteinander ins Gespräch kamen, entstand schnell ein viel nuancierteres Bild. Im Gegenteil: Die Anwesenden waren sich ziemlich schnell einig, dass die Interessen fast immer gleich sind, wenn es darum geht, eine Fabrik oder ein Unternehmen gesund und zukunftssicher zu machen. Egal, ob Sie sich als Investor finanziell an einem Unternehmen beteiligen, Sie seit Jahren Eigentümer eines Familienunternehmens sind oder Sie als ambitionierter Betriebsleiter einen wesentlichen Verbesserungsauftrag von der Muttergesellschaft erhalten. Schließlich wollen Sie auf der Grundlage strategischer Ziele und Ambitionen sowie aufgrund eines klaren Plans Verbesserungen und Effizienzsteigerungen erzielen. Das gewünschte Ergebnis ist dann eine gute, gesunde und nachhaltig laufende Organisation, die optimale Ergebnisse und zufriedene Kunden garantiert.

Hohe ambitionen, schnelle Ergebnisse

Mit diesem Wiedererkennungsgefühl wandte sich die Diskussion am Tisch zu der Frage: Was können wir voneinander lernen? Die Geschäftsleute wurden besonders von der geradlinigen Mentalität der Private-Equity-Parteien inspiriert. Der Mut, hohe Ambitionen zu haben und diese durch einen soliden, systematischen Ansatz zu verwirklichen. Der Fokus liegt auf genau den Stellen in der Organisation, den Prozessen und Teams, wo die größten Verbesserungen erzielt werden können. Und deren schnelle und straffe Ausrichtung, damit in kurzer Zeit nachhaltige Ergebnisverbesserungen realisiert werden.

Näher beieinander

Aus den Erfahrungen von Betriebsleitern mit Betriebsübernahmen und/oder Investoren wurde den Private-Equity-Parteien ein wichtiger Rat gegeben: Sehen Sie ein, dass es Vorurteile gibt. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie sofort mit 1:0 im Rückstand sind, danach sollte der erste Schritt sein, das Vertrauen zu gewinnen. Kommunizieren Sie daher offen und aufrichtig. Machen Sie Ihre Absichten und Ambitionen vom ersten Moment an klar. Und kommen Sie mit den Menschen ins Gespräch, die es letztendlich in der Praxis tun müssen. Das bringt Sie einander näher, schafft gegenseitige Einsichten, Nuancen und Verständnis entstehen und gemeinsame Interessen kommen fast automatisch zutage. Danach bewegen Sie sich schnell und einfach in die gleiche Richtung und der Weg zu kontinuierlicher Verbesserung und optimalen Ergebnissen ist frei.


Roelant van Herwaarden
Managing Partner @ ARV Group

"Investor, Eigentümer oder Manager, sie haben fast immer die gleichen Interessen."


Datum der Veröffentlichung 9 März 2018