Der Weg von unerwarteten Stillständen zur präventiven Wartung

Stillstand von Maschinen und Produktionslinien. Das möchte kein Unternehmen erleben. Die Lösung liegt im Übergang von der „Brandbekämpfung“ auf ein vorbeugendes Wartungssystem. Dies erfordert ein anderes Denken und Arbeiten, aber es ist möglich. 

Dort, wo der Weg zur vorbeugenden Wartung eingeschlagen wird, gibt es in der Zukunft gute Perspektiven. Denken Sie an die optimale Gesamtanlageneffizienz (OEE), niedrigere Wartungskosten, einen beherrschbaren Produktionsprozess, höhere Leistungen, bessere Qualität und zufriedenere Kunden. Unternehmen, beispielsweise aus der chemischen Industrie und der Energiewirtschaft, können ein Lied davon singen. Dort ist die vorbeugende Wartung aus Sicherheitsgründen und aufgrund von Versorgungsgarantien in der Regel in die Produktionspraxis eingebettet. Aber auch in anderen Bereichen der Prozessindustrie gibt es noch viele Chancen.

Budget

Natürlich gibt es auch Fallstricke bei der Entwicklung und Einführung eines präventiven Wartungssystems. Beispielsweise im finanziellen Bereich. Dort, wo die Entscheidung getroffen wird, Investitionen schrittweise zu tätigen, wird sich der Übergang vom reaktiven Handeln zur proaktiven Planung und Durchführung der Wartung als langsamer Prozess vollziehen. Mit dem Risiko, dass sichtbare Verbesserungsergebnisse ausbleiben, man aufgibt und wieder auf das alte System der Brandbekämpfung zurückfällt. Um die notwendigen Veränderungen herbeiführen zu können, sind ein ausreichendes Budget und eine gute Finanzplanung eine Grundvoraussetzung. 

Stopptage sind heilig 

Eines der sichtbarsten und greifbarsten Elemente der vorbeugenden Wartung ist der geplante Stopptag, an dem die vorbeugende Wartung durchgeführt wird. Diese Stopptage werden sich zunächst etwas seltsam anfühlen, weil das Unternehmen eigentlich die „Ausfallzeiten“ und „Stillstände“ nicht haben will. Aber Stopptage sind heilig, die darf man nie absagen, auch wenn es eine unerwartet höhere Nachfrage gibt. Gerade in der Anfangsphase muss man sogar zusätzliche Stopptage einplanen. Um früher entstandene Wartungsrückstände aufzuholen und das neue Wartungsmanagementsystem präzise auszuführen und zu regulieren. Stopptage benötigen also Zeit, kosten aber letztendlich keine Zeit. Zusätzliche Stopptage kosten kurzfristig etwas Geld, sorgen aber langfristig für weniger strukturellen Stillstand, weniger unerwartete Überraschungen und damit auch wieder für mehr Geld.

Strukturiertes Vermeidung

Auch den Fokus der Wartungsmonteure zu verschieben, sollte ein Schwerpunkt sein. Schließlich besteht die Herausforderung nicht mehr nur darin, akute Störungen so schnell und effizient wie möglich zu beheben, sondern die Wartungsarbeiten entsprechend der Planung sorgfältig durchzuführen. Und dazu kommen auch noch die notwendigen administrativen Arbeiten. Das wahre Heldentum der Monteure liegt daher nicht mehr in der Ad-hoc-Problemlösung, sondern in der strukturierten Weise der Problemvermeidung.

Folgen Sie dem eingeschlagenen Weg 

Diese Wendung beim Denken und Handeln aller beteiligten Mitarbeiter auf allen Ebenen der Organisation, die Einführung eines neuen Systems, das Arbeiten mit neuen Verfahren und die sorgfältige Planung der Stopptage. Das alles ist gleichermaßen wichtig und erfordert genügend Zeit, Geld und Aufmerksamkeit. Nehmen Sie sich dafür getrost sechs Monate bis zu einem Jahr Zeit, und tun Sie alles mit größter Sorgfalt und Überzeugung. Bleiben Sie weiter auf dem eingeschlagenen Weg. Sie werden feststellen, dass die wirklichen Verbesserungen und die Freude an der Arbeit schon bald zunehmen werden. Die vorbeugende Wartung wird dann Teil des gesamten Fertigungsprozesses und der Weg zum Erfolg wurde wirklich eingeschlagen. Von diesem Moment an fühlt es sich gut und ganz selbstverständlich an, diesen Weg weiterzugehen.


Ted Abrahamsen
Senior Consultant @ARV Group

Frank Spoelstra
Associate @ARV Group





Datum der Veröffentlichung 7 September 2018